A / B / C / D / E / F / G / H / I / J / K / L / M / N / O / P / Q / R / S / T / U / V / W / X / Y / Z

Was brauche ich?

Man ist, was man isst. Möchte man also gesund und vital bleiben, ist eine entsprechende Ernährung erforderlich – eine Ernährung, die abwechselungsreich ist und alle Nährstoffe enthält, die der Körper über den Tag hinweg benötigt. Viel vitalstoffreiches Obst und Gemüse, Fleisch und Süßes dagegen nur in Maßen, öfter auch mal Fisch und natürlich ausreichend Flüssigkeit, z. B. Mineralwasser, kennzeichnen eine gesunde Ernährung.

Darüber hinaus gibt es Personengruppen, die einen erhöhten Nährstoffbedarf haben:

Kinder und Jugendliche

Schulkinder orientieren sich an dem, was die anderen essen und daran, was gerade „in“ ist. Das sind häufig Snacks, die man aus der Werbung kennt, die durch grelle Verpackung oder Sammelbeigaben Interesse wecken.

Entscheidend für die Qualität der Pausenmahlzeit sind allerdings andere Kriterien: Um während eines langen Schultages fit und aufnahmefähig zu bleiben, brauchen Kinder ausreichende Mengen von allen wichtigen Nährstoffen – Energielieferanten ebenso wie Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Entscheidend ist die Pausenmahlzeit für kleine Frühstücksmuffel, die am Morgen zu Hause nichts zu sich nehmen. Ganz ohne Morgenmahlzeit sacken sie im Lauf des Vormittags in ein deutliches Leistungstief. Heißhunger stellt sich ein, die Lust auf einen schnellen, süßen Snack. Der kann aber nur kurzzeitig den Hunger stillen und den Blutzuckerspiegel heben. Es dauert nicht lange, bis die nächste Hungerwelle anrollt.

Senioren

Vital im Alter: Gesund durch gute Ernährung

Der Mensch wird immer älter, aber um das Alter fit und vital genießen zu können, müssen wir etwas für uns tun. Um die Lebensqualität im Alter zu stärken, müssen wir uns ausgewogen ernähren. In Deutschland sind jedoch die meisten Menschen Vitalstoff-unterversorgt und leiden sogar an Mangelerkrankungen.

Sportler

Ernährung für Sportler

Wer viel Sport treibt, stärkt seinen Körper und Geist und fördert seine Gesundheit. Da der Körper für den Sport viele lebenswichtige Vitamine braucht, sollten Sportler besonders auf eine ausgewogene Ernährung achten.

Die Funktion von Nerven und Muskeln wird durch B-Vitamine unterstützt. Knochen werden durch Vitamin D gestärkt. Die Vitamine A, C und E helfen bei der Abwehr von Krankheitserregern und aggressiven freien Radikalen. Eisen und Folsäure verbessern den Sauerstofftransport im Blut.

Durch das Schwitzen beim Sport verliert der Körper wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Natrium. Dies löst Muskelkrämpfe aus, denen man durch eine ausreichende Zufuhr entgegenwirken kann.

Chronisch Erkrankte

Chronische Erkrankungen oft mit Vitalstoffmangel verknüpft

Eine schlechte Versorgung wirkt sich zuerst auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität aus. In harmloseren Fällen kommt es meistens nur zu allgemeinen Beschwerden, wie Schwäche, Müdigkeit oder Antriebslosigkeit. Sie werden oft gar nicht als Folge einer unzureichenden Ernährung erkannt, sind aber deswegen nicht weniger unangenehm und senken die Lebensqualität.

In gravierenden Fällen folgen dann Störungen wichtiger Organfunktionen, eine erhöhte Infektanfälligkeit, verlangsamte Wundheilung und verzögerte Genesung bei Krankheiten. In seltenen Fällen kann es sogar zu echten Mangelkrankheiten kommen.

Besonders kritisch ist zum Beispiel die Versorgung mit Vitamin B12, das bei Senioren häufig nur schlecht vom Körper aufgenommen wird. Bei einer Gastritis, wie sie bei älteren Menschen verbreitet ist, wird dieser Vitalstoff sehr schlecht verwertet. Vitamin B12 ist wichtig für die Zellteilung, die Blutbildung und das Nervensystem. Vitamin-B12-Mangel führt unter anderem zu erhöhter Infektanfälligkeit, Müdigkeit und Schwäche, kann aber auch Angst und Depressionen auslösen. Ein fortgeschrittener Vitamin-B12-Mangel drückt sich in einer speziellen Form der Blutarmut (Anämie) aus. Spätestens in diesem Stadium muss mit hochdosierten Vitamin B12-Gaben behandelt werden.

A

Alzheimer

Was ist Alzheimer?

Alzheimer ist mit rund 60 Prozent die häufigste Form der Demenz.1 Benannt nach Alois Alzheimer, der die Krankheit erstmals 1906 wissenschaftlich festhielt, handelt es sich bei Alzheimer (Morbus Alzheimer) um eine neurodegenerative, heißt fortschreitende Erkrankung, die das Gehirn und die mentalen Fähigkeiten betrifft. Eiweißablagerungen im Gehirn, sogenannte Amyloid-Plaques, sind kennzeichnend für die Krankheit, die dazu führt, dass nach und nach Nervenzellen und Nervenzellkontakte zugrunde gehen. Es handelt sich bei Alzheimer um eine Krankheit, von der fast ausschließlich ältere Menschen betroffen sind. In Deutschland gibt es etwa 1,5 Millionen Alzheimer-Kranke, weltweit circa 44,4 Millionen.1,2 Nur 0,1 Prozent der Neuerkrankungen werden vor dem 65. Lebensjahr festgestellt.1,2

Quellen:
1) World Health Organization (2012) Dementia: a public health priority. WHO, Genf
2) Statistisches Bundesamt (2014) Bevölkerung nach Alter in Jahren und Geschlecht für Gemeinden. Ergebnisse des Zensus am 9. Mai 2011. Erschienen am 10. April 2014, Wiesbaden

Was sind die Symptome?

Die Störungen sind bei Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt, die Symptome steigern sich jedoch im Fortlauf der Erkrankung. Besonders einschneidend sind in der Regel das Kurzzeitgedächtnis und das Lernen beeinträchtigt. Auch das Sprachvermögen lässt auffällig nach, sowie die Fähigkeit zur Konzentration und die Aufmerksamkeit. Logisches Denken fällt Alzheimer-Kranken zunehmend schwer und ihr Urteilsvermögen ist gestört. Veränderungen in der Persönlichkeit gehören ebenfalls zu den Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung.

Lässt sich Alzheimer vorbeugen?

In verschiedenen Studien hat sich gezeigt, dass Vitamin E einen positiven Einfluss auf den Verlauf von Alzheimer haben kann. So zeigt eine Studie der Amerikanischen Akademie für Neurologie in Chicago, dass hoch dosiert verabreichtes Vitamin E das Risiko einer Alzheimererkrankung verringern kann.1 Eine weitere Studie mit acht verschiedenen Formen von Vitamin E liefert Hinweise, dass durch eine Supplementation mit einer Kombination bestehend aus bestimmten Formen des Vitamins das Alzheimerrisiko im Alter reduziert werden könnte.2

Aber auch B-Vitamine, beispielsweise Folsäure (Vitamin B­9) und Vitamin B12­, können Alzheimer positiv beeinflussen. Eine Studie beschreibt beispielsweise, dass B-Vitamine in hoher Dosis das Schrumpfen des Gehirns und das Fortschreiten von Alzheimer verringern könnten.3

Auch die präventiven Eigenschaften der Omega-3-Fettsäuren wurden jahrelang untersucht. Die Forschung zeigt: Der regelmäßige Verzehr von Lebensmitteln, die reich an Omega-3 sind, kann das Gedächtnis und die kognitive Leistungsfähigkeit des Gehirns unterstützen.4,5,6

Quelle:
1) Li F-J et al.; Dietary Intakes of Vitamin E, Vitamin C and β-Carotene, and Risk of Alzheimer’s Disease: A Meta-Analysis. Journal of Alzheimer`s Desease, 31 (2012) 253-258, doi: 10.3233/JAD-2012-120349A.
2) Mangialasche F et al.; High plasma levels of vitamin E forms and reduced Alzheimer’s disease risk in advanced age. Journal of Alzheimer’s Disease, 2010; doi: 10.3233/JAD-2010-091450
3) Smith et al.; Homocysteine-lowering by B vitamins slows the rate of accelerated brain atrophy in mild cognitive impairment: a randomized controlled trial. PLOS One, 2010;  doi: 10.1371/journal.pone- 5(9):e12244. 0012244.
4) Witte AV, Kerti L, Hermannstädter HM, Fiebach JB, Schreiber SJ, Schuchardt JP, Hahn A & Flöel A; ”Long-chain omega-3 fatty acids improve brain function and structure in older adults”; Cereb Cortex. 2014 Nov;24(11):3059–68
5) Yurko-Mauro K, Alexander DD & Van Elswyk ME, “Docosahexaenoic Acid and Adult Memory: A Systematic Review and Meta-Analysis”; PLoS ONE 2015; 10(3): e0120391. Doi10.1371/journal.pone.0120391.
6) Lee JH et al.; Omega-3 Fatty Acids for Cardioprotection, Mayo Clin Proc 2008, Volume 83, Issue 3, Pages 324-332.

Weiterführende Informationen

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

B

Blutgefäße und Bluthochdruck

Was sind die Ursachen für Bluthochdruck?

Blutdruck und gesunde Blutgefäße stehen in engem Zusammenhang. Die häufigste Form des Bluthochdrucks ist die sogenannte Primäre Hypertonie, die durch sinkende Elastizität der Blutgefäße hervorgerufen werden kann. In Folge muss das Herz einen höheren Blutdruck aufbauen, damit das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge den gesamten Organismus erreicht. Faktoren, die einen hohen Blutdruck begünstigen können, sind überwiegend im Bereich der Lebensführung zu finden. Dazu zählen Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung und Übergewicht. Daneben kommen auch Fettstoffwechselstörungen und Diabetes als Ursache in Frage.1

Quelle:
1) http://www.gesundheit.de/krankheiten/gefaesserkrankungen/bluthochdruck-hypertonie; abgerufen am 22.10.2015.

Wie äußert sich Bluthochdruck?

Bluthochdruck kann bereits mehrere Jahre vorliegen, bevor sich erste Symptome wie Schwindel, Herzrasen oder Schweißausbrüche bemerkbar machen. Gerade bei Risikogruppen ist es angeraten, den Blutdruck regelmäßig zu prüfen, um eventuelle Schädigungen einzelner Organe zu verhindern. Der optimale Blutdruck liegt bei systolisch unter 120 mm Hg und diastolisch unter 80 mm Hg. Ab Werten von 140 mm Hg (systolisch) und 90 mm Hg (diastolisch) spricht man von einer Hypertonie, welche anhand des Schweregrads noch einmal unterschiedlich eingestuft wird.1 Mit Medikamenten – wie zum Beispiel β-Blockern – ist es möglich, einem Bluthochdruck langfristig entgegenzuwirken.

Quelle:
1) http://www.gesundheit.de/krankheiten/gefaesserkrankungen/bluthochdruck-hypertonie; abgerufen am 22.10.2015.

Welche Vitalstoffe sind entscheidend für gute Blutgefäße?

Eine Ursache der Hypertonie – zu viel Kochsalz in der Nahrung – hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. Denn In den Industrieländern nimmt jeder Erwachsene zwischen neun und zwölf Gramm Kochsalz pro Tag zu sich. Dabei werden 80 Prozent der Salzmenge den Nahrungsmitteln schon während der industriellen Verarbeitung zugesetzt. Was viele nicht wissen: Der lebensnotwendige Kochsalzbedarf beträgt nur ein Gramm pro Tag: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen, nicht mehr als sechs Gramm pro Tag aufzunehmen.

Neben einer kochsalzarmen Diät sollte darauf geachtet werden, dass genügend Kalium und Magnesium mit der Nahrung aufgenommen werden, denn beide Mineralstoffe helfen, den Blutdruck zu kontrollieren. Dies kann den Blutdruck durchaus manchmal genauso gut reduzieren wie ein Blutdruck-Arzneimittel.1

Auch bestimmte Fettsäuren können zur Gesunderhaltung des Gefäßsystems und des Blutdrucks beitragen: Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für gesunde Blutgefäße, da sie die Elastizität der Gefäße positiv beeinflussen können.2 Darüber hinaus wurde in einer neueren Studie festgestellt, dass eine erhöhte Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren den Blutdruck senken und damit eine zusätzliche Möglichkeit darstellen kann, den Blutdruck unter Kontrolle zu halten.3 Omega-3-Fettsäuren kommen vor allem in fettreichen Fischen wie Hering, Thunfisch oder Lachs vor. Für Vegetarier und Veganer bieten sich Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Alternativen wie Leinöl oder Algen an.4

Quellen:
1) Houston M.; The role of magnesium in hypertension and cardiovascular disease.; J Clin Hypertens (Greenwich). 2011 Nov;13(11):843-7.
2) Sekikawa A et al.; Marine-derived n-3 fatty acids and atherosclerosis in Japanese, Japanese-American and white men; a crosssectional study. J Am Coll Cardiol. 2008, Aug 5;2(6):417-24.
3) Miller PE et al.; Long-chain omega-3 fatty acids eicosapentaenoic acid and docosahexaenoic acid and blood pressure: a meta-analysis of randomized controlled trials.; Am J Hypertens. 2014 Jul;27(7):885-96.
4) Schmidbauer C et al.; Mikronährstoff-Coach®; 1. Auflage 2015; S. 366.

C

D

Depression

Was ist eine Depression?

Eine Depression ist durch emotionale Verstimmungen, Antriebslosigkeit und negative Gedanken gekennzeichnet. Es handelt sich um eine ernstzunehmende Krankheit, die starke Einflüsse sowohl auf den eigenen Alltag als auch auf das Leben der Angehörigen haben kann. Unterschieden wird zwischen der „Major-Depression“ und der „Persistent-Depression“. Die Major-Depression, die durch Lustlosigkeit in allen Bereichen des Alltags, Schlafstörungen und fehlende Lebensfreude charakterisiert ist, tritt meist nur einmal im Leben eines Menschen auf, jedoch in mehreren Episoden. Bei der Persistent-Depression liegen verschiedene Unterformen vor: Psychotische Depression, Wochenbettdepression sowie saisonale Depressionen während der Herbst- und Wintermonate.1

Quelle:
1) http://www.nimh.nih.gov/health/publications/depression/index.shtml ; abgerufen am 12.10.2015

Welche Faktoren können eine Depression begünstigen?

Die Ursachen für Depressionen sind vielfältig und nur teilweise erforscht, wobei häufig mehrere Faktoren zusammentreffen. Auf der einen Seite existieren eine Reihe von psychologischen Theorien über die Depressionsentstehung,1,2 auf der anderen Seite werden sozialwissenschaftliche Erklärungen angeführt.3 Außerdem konnten in Studien genetische Dispositionen für Depressionen nachgewiesen werden.4 Allen bekannten Depressionen ist gemeinsam, dass eine Störung in der Verfügbarkeit der Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin vorliegt.5 Serotonin beispielsweise fördert positive Gefühle wie Gelassenheit und Zufriedenheit. Gleichzeitig werden negative Einflüsse wie Angstgefühle oder Kummer unterdrückt. Entsteht ein Mangel an Serotonin, können depressive Verstimmungen unterschiedlicher Schwere auftreten.

Quellen:
1) M. Hautzinger, R. de Jong-Meyer: Depressionen. In: H. Reinecker (Hrsg.): Lehrbuch der Klinischen Psychologie und Psychotherapie. Hogrefe, Göttingen 2003.
2) Kovacs M et al.; Cognitive and social cognitive development of depressed children and adolescents.; J Am Acad Child Adolesc Psychiatry. 1991 May;30(3):388-92.
3) Butcher JN et al.; Klinische Psychologie. Pearson Studium, 2009, S. 309.
4) McGuffin P et al.; A hospital-based twin register of the heritability of DSM-IV unipolar depression.; Arch Gen Psychiatry. 1996 Feb;53(2):129-36.
5) Moret C et al.; The importance of norepinephrine in depression; Neuropsychiatr Dis Treat. 2011; 7(Suppl 1): 9–13.

Welchen Vitalstoffen gilt ein besonderes Augenmerk?

Serotonin und Noradrenalin werden im Körper aus den Aminosäuren Tryptophan bzw. Tyrosin gebildet. Daran sind die Vitalstoffe Vitamin D, Vitamin B6 und Vitamin C in unterschiedlicher Art und Weise beteiligt.1,2 Damit das Serotonin seine Kommunikationsfunktion zwischen Nervenzellen ausführen kann, sind die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA erforderlich.3

Quellen:
1) Patrick R. et al.; Vitamin D hormone regulates serotonin synthesis. Part 1: relevance for autism.; FASEB J. 2014; 28: 2398-2413.
2) Voet D et al.; Biochemistry; 2004 3rd Edition p.1025-1026.
3) Hawkey E. et al.; Omega-3 fatty acid and ADHD: Blood level analysis and metaanalytic extension of supplementation trials Clin Psychol Rev. 2014; 34(6): 496-505.

Weiterführende Informationen

Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Diabetes

Was ist Diabetes?

Bei Diabetes mellitus, auch als Zuckerkrankheit bekannt, handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung. Dabei ist entweder die Wirkung oder die Produktion von Insulin gestört, sodass es zu einer Überzuckerung des Blutes kommt. Das Hormon Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und stößt die Aufnahme von Zucker aus der Nahrung in bestimmte Zellen an. Ist diese Aufnahme nicht mehr gewährleistet, steigt der Blutzuckerspiegel.

Diabetes kann in mehrere Gruppen unterteilt werden. Die bedeutsamsten sind Diabetes Typ 1 und 2. Bei Diabetes Typ 1 werden die insulinproduzierenden Zellen vom Immunsystem angegriffen und können das Hormon nicht mehr herstellen. Die Autoimmunerkrankung kann sich binnen weniger Wochen entwickeln und verursacht einen lebenslangen akuten Insulinmangel. Betroffene eines Diabetes Typ 2 können Insulin zwar noch produzieren, jedoch reagieren die Zielzellen vermindert bis gar nicht auf das Hormon. Die Rede ist von einer Insulinresistenz, ein Vorgang, der sich langsam über die Jahre hinweg entwickeln kann. Früher war diese Variante unter dem Namen „Altersdiabetes“ bekannt, da sich fast ausschließlich bei älteren Menschen eine Insulinresistenz entwickelt. Heutzutage sind jedoch auch viele jüngere Menschen von einem Diabetes Typ 2 betroffen.

Beide Diabetes-Typen werden von multiplen Faktoren verursacht, zum Beispiel können bestimmte Umwelteinflüsse oder genetische Faktoren eine Erkrankung begünstigen. Vor allem Übergewicht ist eine der Hauptursachen einer Insulinresistenz und somit eines Diabetes Typ 2.

Welche Symptome gehen mit einer Diabetes-Erkrankung einher?

Die Symptomatik eines Diabetes-Typ 1-Erkrankten ist weitläufig. Betroffene leiden unter anderem häufig unter starkem Durstgefühl, häufigem Wasserlassen, Müdigkeit oder Sehstörungen. Außerdem kann es zu einer unerklärlichen Gewichtsabnahme kommen. Diabetiker des Typs 2 hingegen entwickeln diese Symptomatik erst im späten Stadium und sind zunächst von einer gesteigerten Infektneigung und Müdigkeit betroffen.

Welche Maßnahmen können das Risiko einer Erkrankung an Diabetes Typ 2 vermindern?

Da Übergewicht eine der Hauptursachen des gestörten Insulinstoffwechsels ist, verringert ein gesunder und vor allem aktiver Lebensstil das Risiko einer Diabetes-Erkrankung. Sowohl eine kohlenhydratarme Ernährung als auch regelmäßige Bewegung können dabei helfen, Diabetes Typ 2 vorzubeugen.

Eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen K und D trägt möglicherweise dazu bei, den Körper vor einer Diabeteserkrankung zu schützen. Mehrere Studien haben gezeigt: Probanden mit geringem Vitamin-D-Serumwert hatten ein deutlich erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken.1,2 Eine Langzeit-Studie ergab, dass die regelmäßige Einnahme von Vitamin K bei Männern die Entwicklung einer Insulinresistenz verhindern und somit vor zu hohen Blutzuckerwerten schützen kann.3 Eine Supplementierung der Vitamine, oder eine Ernährung, die reich an grünem Gemüse ist, sorgt für eine optimale Vorbeugung gegen Diabetes Typ 2.

Nach der Einnahme der Antioxidantien Vitamine C und E reduzierten sich bei den Probanden einer Studie Gedächtnisstörungen. Die Studie weist darauf hin, dass die Leistungssteigerung auf die Neutralisierung der freien Radikale nach der Vitaminzufuhr zurückzuführen ist.4 Pflanzliche Öle liefern viel Vitamin E und Obstsorten wie Kiwi oder Zitrusfrüchte können den Tagesbedarf an Vitamin C decken. Die Einbindung dieser Lebensmittel in die Ernährung kann die Gedächtnisleistung bei Diabetikern verbessern

Quellen:
1) N.G. Forouhi et al.: Baseline serum 25-hydroxy vitamin d is predictive of future glycemic status and insulin resistance: the Medical Research Council Ely Prospective Study 1990-2000, Diabetes. 2008 Oct; 57(10):2619-25.
2) Paul Knekt et al., Serum Vitamin D and Subsequent Occurrence of Type 2 Diabetes, Epidemiology. 19(5):666-671
3) Yoshida M et al.; Effect of vitamin K supplementation on insulin resistance in older men and women, Diabetes Care 31: 2092-2096; online vorab veröffentlicht 10.2337/dc08-1204.
4) Chui MH, Greenwood CE; Nutrition Research.2008, July; 28 (7), 423-429.

Weiterführende Informationen

Deutsche Diabetes Gesellschaft

Diäten und Normalgewicht

Wie wird das Normalgewicht berechnet?

Zur Berechnung des Normalgewichts gibt es seit über 100 Jahren den sogenannten Body Mass Index (BMI). Dieser berechnet sich mit einer einfachen Formel: Körpergewicht geteilt durch Körpergröße (in Metern) zum Quadrat.

Beispiel: BMI = 70 kg / (1,75 m)2 = 70 / 3,06 = 22,9

Ein BMI zwischen 18,5 und 25 wird von der World Health Organization (WHO) als Normalgewicht definiert. Darüber und darunter beginnen unterschiedliche Stufen des Über- bzw. Untergewichts.1 Der BMI ist allerdings nicht unumstritten, da er bestimmte Faktoren wie beispielsweise den Körperfettanteil nicht berücksichtigt. Zur Erleichterung der Berechnung des BMI finden sich zahlreiche BMI-Rechner im Internet.

Quelle:
1) http://apps.who.int/bmi/index.jsp?introPage=intro_3.html; abgerufen am 12.10.2015

Wie steht es um das Körpergewicht in der Bevölkerung?

Übergewicht ist in Deutschland keine Seltenheit. Insgesamt wiegen rund 60 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen über dem Normalgewicht.1 Daher ist es nicht verwunderlich, dass mehr als jede zweite Frau und knapp 40 Prozent der Männer in Deutschland gerne abnehmen würden. Bereits 38 Prozent der Bevölkerung haben dies mit Diäten versucht.2 Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass ein paar Extrapfunde in Phasen schwerer Erkrankungen dem Körper helfen können, diese besser zu überstehen, wie Studien gezeigt haben. Auch gibt es Hinweise, dass ein leichtes Übergewicht im Alter auch positive Effekte auf die Lebenserwartung haben kann.

Quelle:
1) 12. Ernährungsbericht 2012 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.
2) Institut für Demoskopie Allensbach; Allensbacher Kurzbericht – 10. April 2014

Wann ist eine ausreichende Vitalstoffversorgung in Gefahr?

Um gesund abzunehmen reicht es leider nicht, Diät zu halten. Vielmehr braucht es eine Veränderung des Lebensstils. Viel Bewegung und eine kalorienreduzierte, abwechslungsreiche Ernährung sind unabdingbar. Einseitige Diäten können beispielsweise dazu führen, dass der Körper nicht mehr ausreichend mit Vitalstoffen versorgt wird. Es gibt Studien, die unter diesem Gesichtspunkt die Atkins-Diät (Verzicht auf Kohlenhydrate) und die Ornish-Diät (Verzicht auf Fett) analysiert haben. Dabei stellte sich heraus, dass bei einer bedeutend großen Zahl an Studienteilnehmern nach achtwöchiger Diät das Risiko für Vitalstoffdefizite erhöht war, besonders bei Vitamin E, Vitamin B12, Zink, Thiamin, Folsäure, Vitamin C, Eisen und Magnesium.1 Menschen, die mehr als nur ein paar überschüssige Pfunde abnehmen möchten, sollten sich unbedingt mit ihrem Arzt oder Ernährungsberater besprechen.

Quelle:
1) Gardner et al.; Micronutrient quality of weight-loss diets that focus on macronutrients: results from the A TO Z study; Am J Clin Nutr. 2010;92(2):304-12

E

F

G

Geistige Fitness und Gehirnalterung

Was ist geistige Fitness und was passiert bei der Gehirnalterung?

Die allgemeine Leistungsfähigkeit des Gehirns, sei es zum Beispiel beim Denken oder Erinnern, wird als geistige Fitness bezeichnet. Alterungsprozesse können zu einer Beeinträchtigung der Funktion und Leistung des Gehirns führen. Ab 40 Jahren nimmt das Volumen des Gehirns in der Regel in geringem Maße in regelmäßigen Abständen ab. Mögliche Ursachen sind Eiweißablagerungen, Zellalterung oder eine Regulationsstörung der Neurotransmitter im Gehirn.1,2 Eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung, sozialen Kontakten sowie geistigen Herausforderungen kann diese Prozesse hinauszögern.

Quellen:
1) Nyberg L, Bäckmann L. Cognitive ageing: a view from brain imaging. In: Dixon R., Bäckmann L, Nillson L, eds. New frontiers in cognitive ageing. Oxford: Oxford University Press, 2004: 179-98
2) Mukherjee J, Christian B, Dunigan K, et al. Brain imaging of 18F-Fallypride in normal volunteers: blood analysis, distribution, test-retest studies, and preliminary assessment of sensitivity to aging effects on dopamine D-2/D-3 receptors. Synapse 2002; 46:170-88.

Was sind die Symptome?

Das häufigste Anzeichen der Gehirnalterung ist die Vergesslichkeit, denn mit dem Alter nimmt das episodische und semantische Gedächtnisvermögen der Menschen ab. Das episodische Gedächtnis umfasst alle Erinnerungen an Fakten oder vergangene Erlebnisse, wie zum Beispiel die eigene Hochzeit. Das semantische Gedächtnis ist die Erinnerung an erlerntes Wissen, zum Beispiel die Tatsache, dass Berlin die Hauptstadt Deutschlands ist. Deshalb haben ältere Menschen zunehmend Schwierigkeiten, diese Art von Informationen abzurufen. Auch Aufmerksamkeitsdefizite können ein Symptom des kognitiven Abbaus sein.1

Quelle:
1) Riddle DR, editor. Brain Aging: Models, Methods, and Mechanisms. Boca Raton (FL): CRC Press; 2007.

Lässt sich die Gehirnalterung aufhalten?

Verschiedene Maßnahmen können die kognitive Leistung des Gehirns auch im Alter fördern. Studien haben gezeigt, dass eine kalorienarme Ernährung die geistige Fitness unterstützen und vor neurodegenerativen Erkrankungen schützen kann.1,2,3 Auch Sport kann das Gehirn fit halten und den Abbau von Gehirnmasse verhindern.4 Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das soziale Umfeld. Menschen, die am Leben aktiv teilnehmen und regelmäßig mit neuen Impulsen und Aufgaben konfrontiert werden, bleiben körperlich sowie mental eher agil.

Eine regelmäßige Versorgung mit Carotinoiden kann sich ebenfalls positiv auf die kognitive Leistung im Alter auswirken.5 Carotinoide befinden sich in vielen Obst- und Gemüsesorten, wie Karotten oder Spinat. Die Forschung hat über die Jahre hinweg auch die protektiven und erhaltenden Eigenschaften der Omega-3-Fettsäuren für das Gehirn aufgedeckt. Werden regelmäßig Lebensmittel verzehrt, die reich an Omega-3 sind, zum Beispiel Fisch oder bestimmte Pflanzenöle, können das Gedächtnis und die kognitive Leistungsfähigkeit des Gehirns unterstützt werden.6,7 Demenz und anderen neurodegenerativen Erkrankungen kann dadurch ebenfalls in gewissem Umfang vorgebeugt werden.

Auch Vitamin B12 gehört zu den Vitalstoffen, die vor einem Leistungsverfall des Gehirns schützen können, wie eine in Spanien durchgeführte Studie zeigt. Nach einer vierwöchigen Einnahme von 500 Mikrogramm Vitamin B12 senkte sich der Homocysteinwert um 15 Prozent.8 Neurodegenerative Erkrankungen werden häufig mit einem hohen Homocysteinspiegel assoziiert, sodass die Resultate auf eine neuroprotektive Funktion von Vitamin B12 hinweisen.

Quellen:
1) Mattson M, Chan S, Duan W. Modification of brain aging and neurodegenerative disorders by genes, diet and behavior. Physiol Rev 2002;82:637-72
2) Mayeux R, Costa R, Bell K, Merchant C, Tung MX, Jacobs D. (1999) Reduced risk of Alzheimer’s disease among individuals with low calorie intake. Neurology 59:S296–S297.
3) Logroscino G, Marder Cote LK, Tang MX, Shea S, Mayeux (1996) Dietary lipids and antioxidants in Parkinson’s disease: a population-based, case-control study. Ann Neurol 39:89–94
4) Colcombe S, Erickson K, Raz N, et al. Aerobic fitness reduces brain tissue loss in aging humans. J Gerontol 2003;58A:176-80
5) Kesse-Guyot E, Andreeva V, et al. Carotenoid-rich dietary patterns during midlife and subsequent cognitive function. British Journal of Nutrition 2014;111:915-23
6) Witte AV, Kerti L, Hermannstädter HM, Fiebach JB, Schreiber SJ, Schuchardt JP, Hahn A & Flöel A; ”Long-chain omega-3 fatty acids improve brain function and structure in older adults”; Cereb Cortex. 2014 Nov;24(11):3059–68.
7) Yurko-Mauro K, Alexander DD & Van Elswyk ME, “Docosahexaenoic Acid and Adult Memory: A Systematic Review and Meta-Analysis”; PLoS ONE 2015; 10(3): e0120391. Doi10.1371/journal.pone.0120391.
8) Albers U et al.; Efficacy of a 28-day oral cyanocobalamin supplementation on vitamin B status in Spanish institutionalized elderly. Int J Vitam Nutr Res, 82(2), 2012, 104-112

H

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Was sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Unter diesem Begriff werden sämtliche Krankheiten des Herzens und des Blutkreislaufs erfasst. Laut WHO fallen hierunter etwa 100 verschiedene Erkrankungen. Diese sind in einzelne Gruppen unterteilt, wie zum Beispiel Hypertonie (Bluthochdruck), Krankheiten des Lungenkreislaufes oder Erkrankungen der Blutgefäße des Gehirns.1 Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache.2

Quellen:
1) http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-who/kodesuche/onlinefassungen/htmlamtl2013/; abgerufen am 16.10.2015.
2) Shanthi M et al.; Global Atlas on Cardiovascular Disease Prevention and Control. World Health Organization in collaboration with the World Heart Federation and the World Stroke Organization. pp. 3–18.

Was sind die Ursachen?

Eine ganze Reihe von Faktoren können Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Dazu zählen unter anderem: Bewegungsmangel, Rauchen, exzessiver Alkoholkonsum, Diabetes, Übergewicht im Unterleib, unausgewogene Ernährung, ein erhöhter Cholesterinspiegel im Blut und Luftverschmutzung. Aber auch soziale Faktoren wie Armut oder ein geringer Bildungsstand können einen negativen Einfluss haben.1

Quelle:
1) Yusuf S et al.; Effect of potentially modifiable risk factors associated with myocardial infarction in 52 countries (the INTERHEART study): case-control study. Lancet. 2004 Sep 11-17;364(9438):937-52.

Lassen sich Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen?

Ein gesunder Lebensstil ist eine entscheidende Voraussetzung für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ebenso kann eine gute Versorgung mit Vitalstoffen dazu beitragen, dass derartige Krankheiten seltener auftreten. So konnte zum Beispiel ein Zusammenhang zwischen einer guten Magnesiumversorgung und einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hergestellt werden.1 Hohe Tagesdosen des Mineralstoffs scheinen laut einer weiteren Studie sogar einen Einfluss auf die Todesrate durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu haben.2 Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass durch einen ausreichend hohen Vitamin-D-Spiegel im Blut (über 40 Nanogramm pro Milliliter) das Vorkommen von Herzrhythmusstörungen reduziert werden könnte.3

Quellen:
1) Del Gobbo LC et al.; Circulating and dietary magnesium and risk of cardiovascular disease: a systematic review and meta-analysis of prospective studies. Am J Clin Nutr. 2013 Jul;98(1):160-73.
2) Guasch-Ferré M et al.; Dietary magnesium intake is inversely associated with mortality in adults at high cardiovascular disease risk.; J Nutr. 2014 Jan;144(1):55-60.
3) Tuliani TA et al.; Major electrocardiographic abnormalities and 25-hydroxy vitamin D deficiency: insights from National Health and Nutrition Examination Survey-III.; Clin Cardiol. 2014 Nov;37(11):660-6.

I

Immunsystem und Erkältung

Was ist das Immunsystem?

Das Immunsystem ist das körpereigene Abwehrsystem, welches uns – neben vielen weiteren Aufgaben – vor allem gegen Erreger wie Bakterien, Viren und Pilze schützt. Es wird zwischen der unspezifischen (angeborenen) und spezifischen (erworbenen) Immunabwehr unterschieden. Die unspezifische Immunabwehr ist bereits bei der Geburt aktiv, während die spezifische Immunabwehr durch den Kontakt mit Erregern und die Bildung von Antikörpern im Laufe des Lebens erworben wird. Die Hauptakteure des Immunsystems sind die weißen Blutkörperchen, auch bekannt als Leukozyten, die bei einem Infekt die Erreger bekämpfen.

Was passiert wenn das Immunsystem geschwächt ist?

Faktoren wie Stress, Schlafmangel, sportliche Höchstleistungen, Alkohol und Zigaretten können an den Abwehrkräften zehren und erhöhen das Risiko einer Erkrankung. Wenn der körpereigene Schutz nicht mehr leistungsfähig ist, öffnet dies Tür und Tor für alle möglichen Infektionen. Viren, die sonst in Schach gehalten werden, nehmen überhand, sodass es zum Beispiel zu der Bildung von Warzen oder Lippenherpes kommen kann. Im Winter ist das Immunsystem vieler Menschen unter anderem aufgrund der fallenden Temperaturen geschwächt, sodass es nur noch eingeschränkt in der Lage ist, den Körper gegen Krankheitserreger zu verteidigen.

Welche Maßnahmen können das Immunsystem stärken?

Ein hundertprozentiger Schutz gegen einen Infekt kann nie gewährleistet werden. Mit dem richtigen Verhalten und einer vitaminreichen Ernährung kann das Immunsystem jedoch unterstützt werden. Ausreichend Schlaf und das Vermeiden von Stress steigern nicht nur das mentale Wohlbefinden, sondern haben eine positive Wirkung auf die Leistungsfähigkeit unseres körpereigenen Abwehrsystems. Wer außerdem nicht raucht und auf Alkohol verzichtet, tut seinem Immunsystem zusätzlich etwas Gutes. Um einem Infekt vorzubeugen, sollte auch der Kontakt mit den Erregern reduziert werden. Das gelingt besonders gut durch regelmäßiges Händewaschen. Und schließlich hilft im Winter viel trinken und häufiges Lüften, um ein Austrocknen der Schleimhäute zu verhindern, denn diese sind die erste Barriere gegen Erreger.

Die Vitamine A, B6, C, D und E sowie die Spurenelemente Zink und Selen sind wichtig für die Funktion der Leukozyten, sodass diese Vitalstoffe in der Ernährung berücksichtigt werden sollten, um das Immunsystem zu stärken. Aus neueren Studien geht hervor, dass das Risiko einer Erkältung mit der regelmäßigen Einnahme von Vitamin C und D verringert werden kann.1,2,3 Einmal erkältet, ist es noch nicht zu spät, das Immunsystem bei der Bekämpfung der Viren zu unterstützen. Studien haben gezeigt, dass die Einnahme von viel Vitamin C die Symptome einer Erkältung mindern kann und Zink die Erkältungszeit sogar um einen Tag verkürzt.1,4

Quellen:
1) Hämilä H, Chalker E; Vitamin C for preventing and treating the common cold, Cochrane Database Syst Rev, 2013
2) Ginde AA et al.; Association between serum 25-hydroxyvitamin D level and upper respiratory tract infection in the Third National Health and Nutrition Examination Survey, Arch Intern Med 169: 384 – 90, 2009
3) Laaksi I; Vitamin D and respiratory infection in adults, Proc Nutr Soc 25: 1 – 8, 2011
4) The Cochrane Library, Issue 6 online, 2013

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Migräne

Wie wird eine Migräne definiert?

Unter Migräne versteht man anfallsweise auftretende Kopfschmerzen, die hinsichtlich der Lokalisation und Intensität, der Begleiterscheinungen, der Dauer und Häufigkeit eine große Spanne aufweisen. Migräneattacken treten dabei häufiger einseitig als beidseitig auf. Die Ursachen der intensiven Kopfschmerzen sind noch weitgehend unbekannt. Aber es steht fest, dass es sich um eine neurobiologische Funktionsstörung des Gehirns handelt. Kommt die Erkrankung häufig in einer Familie vor, könnte es auf erbliche Ursachen hinweisen. Bei Personen mit einer Vorbelastung ist es möglich, dass bestimmte Faktoren – sogenannte Trigger – einen Migräneanfall auslösen. Dazu können zum Beispiel Schlafmangel, Alkohol, Umwelteinflüsse wie Lärm und Gerüche, aber auch hormonelle Änderungen im Verlauf des weiblichen Zyklus sowie physischer und psychischer Stress gehören.1

Quelle:
1) Peroutka, S. J. (2014). What Turns on a Migraine? A Systematic Review of Migraine Precipitating Factors. Current Pain and Headache Reports, 18(10), 1-6.

Was sind die Symptome?

Migräneanfälle gehen meist mit pulsierenden Kopfschmerzen einher und werden häufig von Übelkeit, Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit begleitet. Häufig werden Migräneattacken auch im Vorfeld von visuellen oder akustischen neurologischen Funktionsstörungen, einer sogenannten „Aura“ angekündigt.1

Quelle:
1) Headache Classification Subcommittee of the International Headache Society (2004). „The International Classification of Headache Disorders: 2nd edition“. Cephalalgia 24 (Suppl 1): 9–160.

Lässt sich einer Migräne vorbeugen?

Allgemein kann ein gesunder Lebensstil, zum Beispiel regelmäßiges Essen und genügend Schlaf, die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren und gegebenenfalls deren Intensität und Dauer mindern.

Viele Betroffene nennen Stress als häufigsten Trigger einer Migräne.1 Um das Leben möglichst stressfrei zu gestalten, können die Teilnahme an einem Yogakurs oder regelmäßge Akupunktursitzungen helfen. Entspannungsübungen wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können in akuten Stresssituationen für einen geistigen Ausgleich sorgen.

Für die Therapie der akuten Migräneattacke, aber auch zur Prophylaxe stehen verschiedene, sehr wirksame Arzneimittel zur Verfügung. Im Rahmen der Prophylaxe kann neben einer medikamentösen auch eine Therapie mit Magnesiumsalzen sinnvoll sein oder auch eine Kombination aus Magnesium und Vitamin B12. Studien haben bei einer hohen Dosierung von 600 Milligramm Magnesium am Tag eine signifikante Reduktion der Migräneattacken bei den Probanden gezeigt. Eine weitere Studie hat ergeben, dass eine tägliche Einnahme von 400 Mikrogramm Vitamin B12 helfen könnte, Migräneattacken vorzubeugen.1,2

Quelle:
1) Peikert A, Wilimzig C, Kohne-Volland R. Prophylaxis of migraine with oral magnesium: results from a prospective, multicenter, placebo-controlled and double-blind randomized study. Cephalalgia. 1996;16:257–263.
2) R. Lea, N. Colson, S. Quinlan, J. MacMillan, and L. Griffiths, “The effects of vitamin supplementation and MTHFR (C677T) genotype on homocysteine-lowering and migraine disability,” Pharmacogenetics and Genomics, vol. 19, no. 6, pp. 422–428, 2009.

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Osteoporose

Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist eine Erkrankung des Knochens, von der vor allem Frauen nach der Menopause und  Menschen ab dem 70. Lebensjahr betroffen sind. Die Krankheit wird auch als Knochenschwund bezeichnet, weil als Resultat eines verstärkten Abbaus des Knochengewebes die Knochendichte abnimmt. Osteoporose zählt weltweit zu den zehn häufigsten Krankheiten, in Deutschland sind rund acht Millionen Menschen davon betroffen.

Wie entsteht Osteoporose?

Die Knochenmasse nimmt bis zum 30. Lebensjahr zu und danach langsam ab. Osteoporose entsteht entweder durch unzureichende Knochenbildung in jungen Jahren und / oder beschleunigten Abbau im Alter. Dabei entstehen „Löcher“ im Knochen – auch als Resorptionslakunen bezeichnet – die nicht ausreichend wieder aufgefüllt werden können. Infolgedessen steigt das Risiko für Knochenbrüche.

Welche Einflüsse begünstigen eine Osteoporose?

Die Ursachen für eine Osteoporose sind vielfältig, denn es handelt sich um eine multifaktoriell bedingte Erkrankung: Genetische Einflüsse, Fehlernährung, hormonelle Störungen, Schilddrüsenüberfunktion, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und nicht zuletzt körperliche Inaktivität können die Entstehung einer Osteoporose begünstigen. Besonders im hohen Alter verheilen Knochenbrüche nur langsam und bedeuten für die Betroffenen längere Bettlägerigkeit, die wiederum zu körperlichem Abbau führt und die Osteoporose verstärkt.

Welche Maßnahmen können das Risiko einer Erkrankung vermindern?

Die Konzentration an Calcium im Blut bestimmt, ob Knochenmasse auf- oder abgebaut wird. Bei einem hohen Calciumblutspiegel bildet die Schilddrüse das Hormon Calcitonin, das wiederum knochenaufbauende Zellen aktiviert. Dadurch wird mehr Calcium im Knochen eingelagert und so der Knochen aufgebaut. Gleichzeitig hemmt Calcitonin diejenigen Zellen, die Calcium aus den Knochen freisetzen. Ein weiterer wichtiger Vitalstoff für die Knochengesundheit ist Vitamin D, denn das Vitamin fördert die Aufnahme von Calcium ins Blut.

Zahlreiche Studien beschreiben die positive Wirkung der beiden Mikronährstoffe auf die Knochengesundheit. Bei Studienteilnehmern in Alten- und Pflegeheimen, die täglich mit Calcium und Vitamin D3 behandelt wurden, ging die Zahl der Oberschenkelbrüche zurück.1 Bei einer weiteren Untersuchung zeigte sich, dass die tägliche Einnahme von Vitamin D und Calcium die Sturzhäufigkeit bei älteren Menschen verringern kann.2 Spaziergänge sind ebenfalls eine wichtige Maßnahme gegen Osteoporose, denn Bewegung fördert die Knochengesundheit durch die Anregung von knochen-aufbauenden Zellen und die UV-Strahlen der Sonne helfen bei der Bildung von Vitamin D in der Haut.


Quellen:
1 Dachverband der Deutschsprachigen Wissenschaftlichen Osteologischen Gesellschaften e.V.; DVO-Leitlinie 2014 zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Männern ab dem 60. Lebensjahr und bei postmenopausalen Frauen
2 Bischoff-Ferrari M. et al.; Effect of cholecalciferol plus calcium on falling in ambulatory older men and women: a 3-year randomized controlled trial; Arch Intern Med. 2006 Feb 27;166(4):424-30.

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Schwangerschaft

Die Schwangerschaft, der Zeitraum zwischen der Empfängnis und der Geburt eines Kindes, wird von zahlreichen Änderungen im Körper, wie Hormonumstellungen oder Gewichtszunahme, begleitet. Innerhalb von neun Monaten wächst das ungeborenen Kind und durchläuft viele Entwicklungsphasen. Während dieser Zeit steht eine bewusste Lebensweise für eine gesunde Entwicklung des Kindes an erster Stelle – dazu zählt auch, ganz besonders auf eine ausgewogene Ernährung und die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen zu achten.

Verlauf

Die Schwangerschaft wird in drei Entwicklungsphasen (Trimenone beziehungsweise Trimester) eingeteilt. Während des ersten Trimesters befindet sich das Kind in der Embryonalphase, in der die Hauptorgane angelegt werden. Die werdende Mutter leidet in dieser Zeit häufig unter Übelkeit. Im zweiten Trimester geht der Embryo in die Fötusentwicklung über. Nun können Bewegungen des Kindes und seine Reaktionen auf äußere Einflüsse wie Musik oder Licht wahrgenommen werden. Im dritten und letzten Trimester wächst der Fötus stark und senkt sich vor der Geburt. Am Ende der Schwangerschaft leiten die Wehen die Geburt ein und das Kind kommt zur Welt.

Ernährung

Während der Schwangerschaft ist eine ausgewogene Ernährung äußerst wichtig für die Entwicklung des Kindes. Dabei sollte der erhöhte Bedarf an vielen Vitaminen und Mineralstoffen, vor allem Folsäure, Omega-3-Fettsäuren, Jod und Eisen, berücksichtigt werden. Für Magnesium erhöht sich beispielsweise der Tagesbedarf auf 310 Milligramm und sogar auf 390 Milligramm für Stillende.1

Folsäure spielt eine wichtige Rolle bei der Zellbildung und -teilung und ist somit für das Wachstum des Kindes von Bedeutung. Ein sehr zellteilungsintensiver Prozess während der ersten Wochen ist die Schließung des Neuralrohrs, das die Grundlage für das Gehirn und das Rückenmark bildet. Besteht bei der Frau keine ausreichende Folsäureversorgung – und das auch schon vor der Empfängnis – ist das Risiko einer gestörten Entwicklung des Nervensystems hoch. Die Gefahr von Fehlbildungen, zum Beispiel einer Spina bifida (unvollständige Gehirnausbildung) kann sich unter Umständen erhöhen.2 Aber auch Verhaltensstörungen und Einbußen in der geistigen Gesundheit des Kindes sind mögliche Folgen.3 Untersuchungen in den USA haben ergeben, dass bei einer regelmäßigen Einnahme von Folsäure vor der Empfängnis ein Rückgang von Frühgeburten bis zu 70% möglich ist.4 Um Komplikationen vorzubeugen, sind täglich 400 Milligramm Folsäure – spätestens vier Wochen vor der Empfängnis – empfohlen.

Eine ebenso bedeutsame Rolle in der Fötusentwicklung spielen Omega-3-Fettsäuren. Studien geben Hinweise darauf, dass DHA zur Unterstützung der Immunabwehr beziehungsweise der kognitiven und motorischen Entwicklung des Neugeborenen beiträgt.5,6 Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist eine Einnahme von 200 Milligramm DHA am Tag ideal.7 In fettreichem Fisch wie Lachs und Forelle sind Omega-3-Fettsäuren in großen Mengen vorhanden. Da jedoch viele Fischarten Spuren von Schwermetallen enthalten können, kann eine Supplementierung möglicherweise mit entsprechenden Präparaten sinnvoll sein.

Auch Mineralstoffe wie Jod und Eisen sind entscheidend für das komplikationslose Wachstum des Kindes. Jod ist für die Ausbildung der Schilddrüse des Embryos und für die Steuerung des Hormonhaushalts der Mütter wichtig. Das Blutvolumen der Frau steigt während der Schwangerschaft um 30 Prozent, sodass ein doppelt so hoher Eisenbedarf – verglichen mit der täglich empfohlenen Dosis – notwendig ist. Ferner hat eine Studie in Japan gezeigt, dass eine mögliche Korrelation zwischen einem Vitamin-D-Mangel und fehlgebildeten Schädelknochen Neugeborener besteht.8 Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D kann Knochenstörungen womöglich verhindern.

Alle diese Vitalstoffe befinden sich zwar in Blattgemüse, Obst, Nüssen und Fisch, allerdings kann über die Ernährung nicht jeder Mikronährstoff in ausreichenden Mengen aufgenommen werden. Für die Vitalstoffe Jod, Eisen und Vitamin D gibt es keine einheitlichen und keine generellen Supplementierungsempfehlungen seitens der Fachgesellschaften. Schwangere sollten unbedingt ihren Arzt konsultieren.

Quellen:
1) https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/magnesium/; abgerufen am 9.11.2015
2) Chandler LA et al.; Neural tube defects and maternal intake of micronutritients related to one-carbon metabolism or antioxidant activity, Birth Defects Research (2012) 94:864-874
3) Roza SJ et al.; Maternal folic acid supplement use in early pregnancy and child behavioural problems: The Generation R Study. British J of Nutr (2009) Sept 1-8
4) Radek Bukowski, M.D., Ph.D. et al.; Huge Drop In Preterm Birth-risk Among Women Taking Folic Acid One Year Before Conception, March of Dimes Foundation (2008, February 1)
5) Jacobson JL, Jacobson SW, Muckle G, Kaplan- Estrin M, Ayotte P, Dewailly E; Beneficial Effects of a Polyunsaturated Fatty Acid on Infant Development, Journal of Pediatrics. March 2008; Volume 152, Issue 3, 356-364.
6) Noakes PS et al.; Increased intake of oily fish in pregnancy: effects on neonatal immune responses and on clinical outcomes in infants at 6 months. American Journal of Clinical Nutrition. Published online January 2012
7) https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/fett/; abgerufen am 16.11.2015
8) Yorifuji T et al.; Vitamin D Deficiency May Be To Blame For Soft Bones In Baby’s Skull, Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, online 2008, February 12.

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